Akronym: PRADO-BW
Depressive Erkrankungen zählen zu den häufigsten Gründen für eine hausärztliche Konsultation und sind mit einer erheblichen Krankheitslast verbunden. Hausärztinnen und Hausärzte sind in der Regel die erste Anlaufstelle für Betroffene und übernehmen eine zentrale Rolle in der langfristigen Begleitung.
Trotz vorhandener Leitlinien bestehen in der Praxis Unsicherheiten hinsichtlich Diagnostik, Schweregradeinschätzung und der Koordination weiterführender Versorgungsangebote. Die Studie untersucht, wie die Versorgung von Menschen mit Depression im hausärztlichen Setting in Baden-Württemberg konkret abläuft.
Wie gestaltet sich die diagnostische und therapeutische Versorgung von Patient:innen mit Depression in hausärztlichen Forschungspraxen, und welche Faktoren beeinflussen den Behandlungsverlauf über zwölf Monate?
PRADO-BW ist als prospektive, multizentrische Beobachtungsstudie angelegt. Eingeschlossen werden erwachsene Patient:innen mit einer neu oder bereits diagnostizierten depressiven Störung, die sich in hausärztlicher Behandlung befinden.
Die Datenerhebung erfolgt IT-gestützt über die Forschungspraxen-Infrastruktur zu drei Messzeitpunkten (Baseline, 6 und 12 Monate). Erfasst werden Routinedaten, standardisierte Fragebögen (u. a. PHQ-9) sowie Angaben zur Behandlung und Überweisung. Die Auswertung erfolgt deskriptiv sowie mittels multivariater Regressionsmodelle.
Die Rekrutierung erfolgt über die teilnehmenden hausärztlichen Forschungspraxen des Netzwerks in den Regionen Tübingen, Freiburg, Heidelberg, Ulm und Mannheim.
Die Studie befindet sich derzeit in der Datenerhebungsphase. Erste Ergebnisse werden nach Abschluss der 12-Monats-Nachbeobachtung im Jahr 2025 erwartet und an dieser Stelle veröffentlicht.
2025 · BMC Primary Care
Müller A, Schneider K, Weber T, et al.
2024 · Zeitschrift für Allgemeinmedizin
Schneider K, Bauer M, Müller A, et al.